in Sachen Lebensqualität? Stimmt das wirklich? Eine Analyse Österreichs und seiner Hauptstadt Wien auf der Grundlage objektiver hard und soft facts.

Gemäß dem international anerkannten Mercer-Institut mit Hauptsitz in New York, USA, ist Wien in Bezug auf die Lebensqualität weltweit die Nummer 1 (unter ausgewählten 231 Städten) – und das nicht nur im letzten Jahr (2020), sondern auch schon in den letzten 10 Jahren davor! Klingt so, als hätte Mercer besonderen Gefallen an der österreichischen Hauptstadt gefunden. Lassen Sie uns versuchen, einen objektiveren Ansatz zu wählen, indem wir uns auch einige weitere Analysen anderer Institute sowie Indizes ansehen, die den Standpunkt von Mercer bestätigen könnten (oder auch nicht).

 

Interessanterweise gibt es in der Tat auch zahlreiche andere Institute, die die österreichische Hauptstadt Wien ganz vorne sehen, wenn es um Lebensqualität geht. Hier einige Beispiele: das deutsche „Roland Berger Institut“, Hauptsitz in München (Analyse der „Smart City Strategy“, 153 ausgewählte Städte weltweit), das renommierte Medienunternehmen und Magazin „Economist“ mit seinem Britischen Head Quarter in London (Analyse „globale Lebensqualität“, 140 ausgewählte Städte weltweit) und die UNO (United Nations Organization) mit Sitz in New York City (Analyse „Ranking der Weltstädte, wohlhabendste Städte “, 69 ausgewählte Städte weltweit) haben eines gemeinsam: sie alle sehen Wien als Nummer 1 weltweit in ihren jeweiligen Studien. Zahlreiche andere Institute listen Österreich in ihren Top 10, wenn es um Lebensqualität geht (mit unterschiedlichen Schwerpunkten in ihren Analysen). Zumindest scheint die Position Wiens also nicht reiner Zufall oder von Interessen geprägt zu sein!

Anmerkung zur aktuellen Situation während der Corona-Pandemie: die Folgen der Corona-Pandemie hat manche dieser Rankings einigermaßen durcheinandergewirbelt. Insbesondere europäische Metropolen sind nicht zuletzt aufgrund der längeren Lockdowns und der vergleichsweise größeren Belastungen der nationalen Gesundheitssysteme in den Rankings abgerutscht. So leider auch Wien. Der „Economist“ sieht Wien 2021 – nach 3 Jahren an der Spitze des internationalen Economist-Rankings „nur“ noch auf Platz 12. Die neuen Top-Destinationen liegen nunmehr alle außerhalb Europas, den Spitzenplatz Wien’s hat die neuseeländische Hafenstadt Auckland eingenommen.

Wirklich entscheidend und interessant werden dann aber wieder die zukünftigen Rankings nach der erfolgreichen Bewältigung der Corona Pandemie sein. Spätestens ab 2023 sollten die internationalen Gegebenheiten dann wieder einigermaßen vergleichbar sein.

Werfen wir einen Blick auf einige hard und soft facts, die möglicherweise etwas mit der Lebensqualität in Städten zu tun haben könnten. Werden diese Fakten die herausragende Position Wiens in Bezug auf die Lebensqualität bestätigen?

 

Mit seinen fast 1,9 Mio. Einwohnern ist Wien seit jeher bekannt für seine Geschichte der Habsburgermonarchie. Noch wichtiger in den Augen der Welt ist der Geist von Mozart, Beethoven und anderen klassischen Musikern, die den Charakter der Stadt als Welthauptstadt für klassische Musik zu prägen schienen. Aber die Lebenszeit von Beethoven und Mozart in Wien ist längst vorbei und mehr als 150 Jahre her. Was hat das heute noch mit dieser Stadt zu tun? In der Tat kaum etwas. Obwohl: wenngleich sich die Stadt inzwischen zu einer modernen Metropole entwickelt hat, kann man die Geschichte auch heute noch an jeder Ecke der Stadt spüren. Was ist es dann also, das Wien so lebenswert macht?

 

Das regionale Pro-Kopf-Einkommen mit durchschnittlich rund 50.000 EUR im Jahr 2017 ist gut, aber im Vergleich zu anderen Metropolen immer noch nichts Besonderes. In Wien befinden sich außerdem über 200 Head Quarter internationaler Unternehmen, deren Führungskräfte die vergleichsweise hohe Produktivität in Wien (und ganz Österreich) zu schätzen wissen, aber auch die geografische Lage im Herzen Europas, nur wenige Flugstunden entfernt von welchem europäischen Standort auch immer. Wien gilt als DAS Tor zu Mittel- und Osteuropa, was wiederum als der wesentliche Wachstumsmotor Europas wahrgenommen wird. Dementsprechend ist der Flughafen Wien an die meisten Destinationen in CEE angebunden, an mehr als Frankfurt und an mehr als London Heathrow.

 

In Bezug auf die Digitalisierung wartet der Standort Wien mit einem sogenannten globalen Internet-Hub VIX auf, was höchste Standards in diesem Bereich garantiert.

 

Welche weiteren Faktoren könnten zu Wiens herausragender Position beigetragen haben? Da muss es noch viel mehr geben …

 

Wien ist mit 20 Universitäten und mehr als 200.000 Studierenden der größte Hochschulstandort im deutschsprachigen Raum und zugleich eine der wichtigsten Städte für Studierende weltweit. Ein interessantes Detail: Jeder 4. Student kommt vom Ausland nach Wien.

 

Weitere wichtige Faktoren könnten die hervorragenden Bedingungen für Forschung und Entwicklung in Wien (und ganz Österreich) sein. Mit rund 40.000 Beschäftigten im Forschungsbereich (was unglaubliche 5% der Gesamtzahl der in Wien Beschäftigten ausmacht) scheint die Stadt DAS Zentrum für Forschung und Entwicklung in Mitteleuropa zu sein, nicht zuletzt aufgrund der verschiedensten Forschungsförderungen seitens des österreichischen Staates für in Österreich forschende Unternehmen.

 

Sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen können auch die Lebenshaltungskosten von entscheidender Bedeutung für den Lebensstandard in einer Stadt sein. Trotz der wachsenden Nachfrage sind Büromieten in Wien im internationalen Vergleich immer noch recht günstig: Wien ist die Nummer 2 in Europa hinter Bukarest / Rumänien mit den niedrigsten Kosten. Gleiches gilt für die privaten Wohnungsmieten, bei welchen Österreich Platz 3 unter ausgewählten Ländern Europas belegt, unmittelbar hinter Portugal und Spanien mit den niedrigsten Kosten. Auch die Lebensmittelkosten sind (in Prozent zu den Gesamtkosten) verhältnismäßig niedrig, Österreich belegt unmittelbar hinter Großbritannien und Irland erneut den hervorragenden 3. Platz in Europa.

 

Andererseits ist das Lohnniveau in Wien (und ganz Österreich) vergleichsweise hoch. Ein wichtiger Indikator für den materiellen Wohlstand ist der sogenannte „tatsächliche individuelle Konsum“, gemessen in “Kaufkraftstandards”. Österreich belegt in dieser Hinsicht den hervorragenden 4. Platz in Europa, unmittelbar hinter Luxemburg, Irland und den Niederlanden.

 

Neben den genannten Faktoren macht auch die ausgezeichnete staatliche Förderung von Start-ups Wien und ganz Österreich zu einem wichtigen Hot Spot für Start-ups in Europa. Die diesbezüglich relevanten Faktoren haben auch das „Forbes Magazine“ überzeugt, das Wien als „den besten Standort für die Gründung eines Unternehmens“ bezeichnet. „Forbes“ bezieht sich dabei unter anderem auf den sog. „Startup Cities Index 2019“, zusammengestellt vom britischen Freelance Marktplatz „PeoplePerHour“, welcher 25 ausgewählte Städte weltweit nach Faktoren beurteilt wie „bestmögliche Anreize für Start-up-Gründungen, Verfügbarkeit von Coworking Spaces und Stärke des lokalen Talente-Pools“. Und wieder einmal ist Wien die Nummer 1 unter diesen Weltstädten, gefolgt von Tokio auf Platz 2.

 

Last but not least ist Wien auch eine der wichtigsten Kulturhauptstädte Europas mit einer erstaunlichen „Vielfalt an Veranstaltungen und Kongressen, die das ganze Jahr über stattfinden“, was Wien zu einem „alles in allem wunderschönen Ort zum Leben“ macht. Und schließlich hat Wien einen weiteren Weltmeistertitel errungen als herausragende Nummer 1 in der Liste der „Grünen Städte“ von Mayor.eu, der europäischen Plattform für Städte und Bürger, gefolgt von München auf Rang 2, sowie Sao Paulo auf Rang 5, der ersten außereuropäischen Stadt in dieser Liste. Wenn jedoch mit „grün“ die Natur angesprochen ist, so ist die reinste Form der Natur in Österreich dann eher in den Bergen im Westen zu finden, während Wien ja bekanntlich im Osten Österreichs liegt.

 

Was, wenn wir also die eingangs gestellte Frage noch einmal stellen: Wien, die Stadt mit der besten Lebensqualität der Welt? Wie können wir diese Frage nun endgültig beantworten?

 

Natürlich gibt es auch andere Städte, die sich durchaus ebenso verdienen, in dieser Hinsicht ganz oben auf der Liste zu stehen. Andererseits spiegeln die angegebenen Indizes objektive Maßstäbe zur Messung der Lebensqualität anhand objektiver Parameter wider. Folglich muss die klare Antwort lauten: definitiv ja!

 

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